Wie man gute Lehrkräfte macht
Shownotes
"Ausreichend" – das ist derzeit die Bildungsnote Deutschlands. Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erfüllen in Lesen und Mathematik die Mindestkompetenz. Im Vergleich von 41 Ländern mit ähnlichen Bildungsdaten landet Deutschland damit auf Platz 34. Zugleich fehlen in NRW rund 9.000 Lehrkräfte – besonders in den MINT-Fächern.
Wie kann Lehrkräftebildung darauf antworten? Darüber spricht Moderatorin Selina Hare in dieser Folge mit Prof. Dr. Bardo Herzig, Direktor der PLAZ-Professional School of Education der Universität Paderborn und Professor für Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik.
Die Themen der Folge:
- Was gute Lehrkräfte ausmacht
- Lehramt als Zukunftsberuf
- Die Uni als Transferagentur
- KI in der Schule
- Bildungsregion Paderborn
- Fachkräftesicherung ab dem Kindesalter
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Prof. Dr. Bardo Herzig
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Moderatorin Selina Hare
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Transkript anzeigen
00:00:03: Es gibt einen abfälligen Kommentar aus seiner Schulzeit, den Bado Herzig auch heute noch zitieren kann.
00:00:09: Damit hatte die Lehrperson ihn damals nachhaltig für den Musikunterricht verkrault.
00:00:14: Er hingegen will es besser machen Will die Ausbildung von Lehrpersonen somit gestalten dass jedes Kind positive Lernerfahrungen in der Schulzeit sammeln kann.
00:00:23: In seinem Büro in der Uni Paderborn stapeln sich Fachliteratur und Unterlagen.
00:00:28: Die Entwicklung des Bildungswesens ist ein stetiger Prozess, bei dem auch der Professor vom Platz nie aus lernt.
00:00:35: Im Bücherregal steht auch ein Miniaturgolfset – das echte Green?
00:00:40: Sein Ausgleich!
00:00:41: Vom kleinen ins Große denken, das scheint bei Bado Herzig ein Motto zu sein… Ausreichend.
00:00:49: Was löst dieses Wort bei euch aus, liebe Zuhörenden?
00:00:52: Also wenn es nach mir geht ist das so dass ich die Assoziation habe... Ich sitze in einem Klassenraum sehe diese Note auf dem Zettel vor mir und denke mir so ja miese Leistung
00:01:06: aber
00:01:07: irgendwie noch so durchgemogelt gerade noch so geschafft!
00:01:10: Es hat halt eben gerade so gereicht.
00:01:13: Und so ein bisschen ist es tatsächlich auch mit einer Situation in Deutschland, denn nur sechzig Prozent und damit ja nur knapp über der Hälfte der fünfzehnjährigen in Deutschland die beherrschen Lesen und Mathe gerade mal so gut dass sie damit die Mindestkompetenz erfüllen.
00:01:29: Und damit liegen wir auf Platz Achtung, vierunddreißig von forty-one Ländern mit vergleichbaren Bildungsdaten.
00:01:37: Ein Grund, weshalb wir in einer aktuellen Studie des UNICEF Forschungsinstituts Innocenti beim Thema Kindeswohl so richtig schlecht abgeschnitten haben.
00:01:46: Der UNICEf Deutschlandchef Christian Schneider sagt dazu wer heute nicht in die Teilhabe, die Bildung und die gesundheitliche Versorgung der jüngsten Generation investiert, schadet nicht nur den Kindern sondern zahlt einen hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichem Preis.
00:02:02: Also Bildung entscheidet über die Zukunft, ganzer Regionen.
00:02:06: Gleichzeitig stehen Schulen und Lehrkräfte heute aber auch vor enormen Herausforderungen.
00:02:11: Digitalisierung haben wir da!
00:02:12: Wir haben KI, Inklusion, Fachkräftemangel natürlich und die Frage wie junge Menschen eigentlich vorbereitet werden können auf eine immer komplexere Welt?
00:02:23: Wie muss moderne Ausbildung von Lehrpersonen aussehen?
00:02:27: Welche Rolle spielt Schule künftig für Gesellschaft und Wirtschaft?
00:02:30: und warum gilt gerade Paderborn inzwischen als besonders spannende Bildungsregion.
00:02:36: Darüber sprechen wir heute, in dieser Folge Wissen zur Wirtschaft und zurück dem Podcast der Universität Paderborne und der Wirtschaftsförderung Paderbourne mit Professor Dr.
00:02:45: Bado Herzig.
00:02:47: er ist Direktor des Platz der Professional School of Education der Universitätspaderborn und Professor für allgemeine Didaktik- und Schulpädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik.
00:02:58: Danke, dass ich hier sein darf!
00:03:00: Hallo.
00:03:01: Ich grüße Sie.
00:03:01: Schön,
00:03:01: dass wir hier sein können.
00:03:03: und zum Einstieg herzig würde ich gerne von Ihnen wissen Wie Sie denn so in der Schule waren, hatten sie auch mal schweißnasse Hände bei einem ausreichend unterner Klassenarbeit?
00:03:15: oder kennen Sie das Gefühl gar nicht?
00:03:17: Also ich kenne das Gefühl auch.
00:03:18: Ich war zwar in der Schule muss ich gestehen eigentlich so aufgestellt dass mir viele Dinge relativ leicht gefallen sind.
00:03:26: aber es gab natürlich glaube das geht allen Schülerinnen und Schülern so es gab Fächer die mehr lagen und weniger lagen Und da gibt es tatsächlich auch Situationen, wo ich schon ein bisschen Fragsausen hatte um zu sehen dass das was man an Leistungen erwartet auch erbracht wird.
00:03:40: Also die Anstrengung, die da in das eine oder andere Fach investiert werden muss war in dem einen Fall größer und im anderen Fall kleiner.
00:03:46: also insofern glaube ich kenne nicht das Gefühl wie alle anderen auch.
00:03:50: Das ist irgendwie beruhigend, finde ich.
00:03:51: Ja da bin ich glaube keine Ausnahme.
00:03:53: Hatten Sie denn damals auch so eine Lehrperson an die sich vielleicht heute noch zurück erinnern?
00:03:59: Weil die Lehrperson entweder ja eine besonders gute Arbeit geleistet hat oder vielleicht eben auch gar nicht so und sie sich deswegen motiviert gefühlt haben vielleicht am Bildungswesen ein bisschen mitzuentwickeln?
00:04:12: Das ist insofern eine spannende Frage, als das... Eine Frage ist nicht mein Studierenden.
00:04:16: Zu Beginn immer Stelle sogar häufig schon in der Begrüßung der Studierendinnen hier an der Universität wo ich sie dann bitte einmal zurück zu blicken.
00:04:25: In Bezug auf die Frage können Sie sich an eine solche Lehrperson erinnern?
00:04:28: Die besonders für ihr aus Ihrer Perspektive, dass Prädikat ja das war eine ganz tolle Lehrerin ein ganz toller Lehrer verdient haben.
00:04:35: Ich kann mich in der Tat an solche Personen erinnern und ich erinnere mich auch immer an Merkmale oder Eigenschaften, die diese Person hatten.
00:04:42: Die dazu geführt haben dass sich sie eine besonders guten Erinnerung habe.
00:04:45: Und das sind so merkmale Eigenschaft noch mehreren Ebenen.
00:04:48: Das ist einerseits sicherlich eine fachliche Perspektive also Lehrpersonen, mit die Daktischen gekoppelt ermöglicht, dass man junge Menschen für ein Fach auch begeistern kann.
00:05:03: Das heißt also solche Bildungs- oder Lernsituationen herzustellen wo man auch die Bedeutsamkeit eines Faches erleben kann.
00:05:10: das ist ja für Schülerinnen und Schüler an vielen Stellen nicht einsichtig.
00:05:12: warum muss ich mich mit diesem oder mit jedem Thema beschäftigen?
00:05:15: was bringt mir das eigentlich?
00:05:16: Das ist langweilig usw.
00:05:17: alles alt und verstaubt.
00:05:19: Und wenn man da Lehrkräfte hat, die in der Lage sind aufgrund ihrer einerseits natürlich fachlichen Expertise aber auch auf ihrer pädagogischen und didaktischen Expertise junge Leute in Bildungszusammenhänge zu bringen wo man auch die Bedeutsamkeit von Fächern erleben kann.
00:05:33: Das ist eigentlich das wo ich sage.
00:05:34: dass sind so zündende Elemente.
00:05:36: die Personen bleiben dann in Erinnerung.
00:05:37: hinzu kommen natürlich noch Persönlichkeits-Eigenschaften.
00:05:39: es ist bei Lehrkräften natürlich ganz wichtig also Menschen wo man das Gefühl hat Die Wertschätzung entgegen, bringen die Interesse an den Bildungsentwicklungen und Verläufenden einzelnen Schülerinnen und Schüler haben.
00:05:49: Also das sind so Merkmale wo ich denke, dass wird wahrscheinlich vielen so gehen, dass man sagt, das ist die Lehrperson, die ich in guter Erinnerung habe der würde ich das Prädikat sehr gute Lehrkraft vergeben.
00:06:01: also als Mutter eines Sohnes, der tatsächlich schon seine zehn Schuljahre durchlaufen hat kann Ich war ja natürlich auch selbst in der Schule kann ich sagen Ja, dass mir so richtig gute Lehrpersonen irgendwie nicht ganz so häufig begegnet sind.
00:06:17: Das sind schon so Einzelpersonen bei denen ich dann auch als Mutter tatsächlich sehr wertschätzend gewesen bin und auch sehr froh bin das es diese Menschen gegeben hat in der Laufbahn meines Zones.
00:06:28: aber trotzdem würde ich sagen ja da könnte man auch noch ein bisschen Was verändern oder könnte man auch vielleicht noch mal ein bisschen auf die Generation Lehrerinnen und Lehrerschauen, die jetzt eben nachkommen.
00:06:40: Und was sie vielleicht auch mitbringen sollten müssten?
00:06:43: Darüber sprechen wir auf jeden Fall heute auch noch bei uns in NRW.
00:06:47: da ist es so.
00:06:48: es fehlt Lehrpersonal und die Zahl der unbesetzten Stellen an Schulen steigt seit Jahren an.
00:06:53: aktuell sind wir so bei neuntausend im Minus.
00:06:56: Und vor allem die Minnfächer, also Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
00:07:00: Die sind von diesem Fachkräftemangel stark betroffen.
00:07:04: Das spüren nicht nur Schülerinnen und Schüler und ihre Familien zum Beispiel wenn das Kind halt früher nach Hause kommt, früher auf der Matte steht als es der Stundenplan eigentlich gesagt hat sondern es merken natürlich auch die Lehrkräfte.
00:07:17: Die haben mit ziemlich hohen Belastungen zu kämpfen chronischer Zeitmangel Erschöpfung über Forderungen.
00:07:25: Hauptthemen, die viele Lehrerinnen und Lehrer im aktuellen Schulbarometer auch angegeben haben.
00:07:31: Trotz dieser Herausforderungen sprechen sie vom Lehramt als Beruf mit Zukunft – wie kommt das denn eigentlich so zusammen?
00:07:41: Nun, das kann man ja aus verschiedenen Perspektiven betrachten.
00:07:44: Mit Zukunft ist es auf jeden Fall weil wir weiterhin Lehrkräfte brauchen.
00:07:46: Sie haben das gerade angesprochen.
00:07:47: Wir haben hohen Bedarf was auch dazu führt dass politisch noch neue Wege eingeschlagen werden zusätzliche Lehrkräften zu akquirieren.
00:07:54: Das sind zum Beispiel Dinge wie Seiten oder Quereinstieg wo man also versucht Menschen die bereits im Beruf gestanden haben in bestimmten fachlichen Kontexten zu qualifizieren, um dann im Seiteneinstieg beispielsweise ins Lehramt zu kommen.
00:08:07: und das betrifft dann insbesondere solche Fächer wie sie gerade im Mintbereich beispielsweise genannt haben.
00:08:12: Das heißt diese Frage des Zukunftsberufes ist zunächst einmal eine die natürlich in sich, in einer Gesellschaft die und das haben sie auch schon angedeutet.
00:08:22: Die natürlich auf Bildung ihrer nachfolgenden Generation angewiesen ist um letztendlich auch wieder in den ganz unterschiedlichen Bereichen qualifizierte Fachkräfte zu haben.
00:08:30: Das betrifft im Wirtschaftsindustrie, das betrifgt Politik, das Betriebskultur, dem Bereich der Gesundheit usw.
00:08:37: Das heißt also wenn man so will ist eigentlich dieser Begriff des Lehramts als Zukunftsberuf etwas was Das ist ja für Sie aus Perspektive der Wirtschaftsförderung, glaube ich, auch ein wichtiger Terminus Transfer betrachten kann.
00:08:49: Also ich würde die These vertreten und sagen eigentlich sind wir als Universität eine riesige Transferegentour.
00:08:55: also wir bilden junge Menschen aus, die in Schulen gehen und in Schulen sowohl Wissenstransfer, Innovationstransfer betreiben und damit natürlich wenn man sich überlegt wie viele Schülerinnen und Schüler eine Lehrkraft in ihrem Berufsleben erreicht, eine weite Ausstrahlung hat.
00:09:10: Und das ist eine ganz wichtige Aufgabe, also in diesen Bereichen dafür zu sorgen dass auch junge Menschen sich später wieder für Themen in den Minnfächern interessieren.
00:09:19: Themen in Kultur, in Politik und so weiter sich dafür interessieren um dann letztendlich auch wieder gesellschaftlich dort in verschiedenen Berufs- und Handlungsfeldern wirksam zu werden.
00:09:28: Also insofern ist es eine Aufgabe die sich für eine Gesellschaft permanent stellt Wo man jetzt nicht sagen kann, das ist ein Beruf der vielleicht so von Schwankungen oder von Wellen abhängig ist.
00:09:38: Grundsätzlich ist es eben nicht so wie wohl wir natürlich erleben – Sie kennen das auch!
00:09:42: Es gab immer so.
00:09:43: Zyklen-Lehrkräfte, Mangel-, Lehrkräfteschwemme haben wir auch schon mal gehabt.
00:09:46: Wir hatten Zeiten, da gab's einfach viel zu viele Lehrkräfte Da war schon kolportiert, wenn man den Lehramt studiert.
00:09:52: Dann landet man als Taxifahrerin oder als Taxi-Fahrer vielleicht einmal jetzt gar nicht um diesen Beruf zu diskreditieren im Gotteswillen.
00:09:59: aber ich sag das wurde so ein bisschen kolportierter weil man halt in einem völlig anderen Feld landete als dass man eigentlich angestrebt hat.
00:10:04: auch die Zeiten gab es schon mal Im Moment ist es eher umgekehrt.
00:10:07: Das andere ist ja eher eine Qualitätsfrage.
00:10:10: Also wie soll eine zukunftsfähige Ausbildung aussehen?
00:10:12: Dass man die Anforderungen diese genannt haben dann auch kompetent erfüllen kann?
00:10:16: und noch da muss man wieder unterscheiden gibt's zwei Eigentlich mindestens zwei Blickweisen.
00:10:22: Die eine ist die, die uns betrifft als Universität Wie bilden wir eigentlich aus, um diese Anforderung zu erfüllen?
00:10:28: Das andere ist natürlich immer eine politische Frage.
00:10:30: Also welche Rahmenbedingungen schaffe ich, um einen solchen Beruf wie den Beruf der Lehrerin oder des Lehrers auch attraktiv zu machen?
00:10:36: Wenn Sie jetzt in Untersuchungen wie das Schulbaumeter schauen, dann finden sie dort auch Hinweise was belastet denn Lehrkräfte und was wünschen die sich eigentlich?
00:10:44: Das sind häufig Dinge, die sehr konkret auch die Situation am Arbeitsplatz betreffen.
00:10:49: Das heißt, wie kann ich das Arbeitsfeldschule so gestalten dass ich eben eine höhere Zufriedenheit beispielsweise erreiche.
00:10:57: Da spielen dann ganz viele Dinge von der Vereinbarkeit, von Familie und Beruf bis hin zu der Frage wie kann ich Schulpersonal auch jenseits der Lehrerin und Lehrer mit Schulassistentinnen und Schulassisten unterstützen so dass sich eben Verwaltungsaufgaben die ich wahrnehmen muss das ich da entlastet werde und nicht stärker bürokratische Aufgaben gegenüber didaktischem pädagogischen wahr nehmen muss?
00:11:18: Das sind ja solche typischen Diskussionen die man dann führt wenn man fragt was kann Arbeitsfeldschule tun, um Lehrkräfte ein Stück weit zu entlasten.
00:11:25: So dass sie sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können
00:11:30: und um das Lehrpersonal von morgen fitzumachen?
00:11:33: für diese
00:11:34: auch
00:11:35: herausfordernde Zeit sind wir ja hier genau im richtigen Ort, denn die Uni Paderborn ist nicht nur bekannt für ihren technischen Schwerpunkt wie wir es auch schon in ein paar Folgen der zweiten Staffel gehört haben sondern auch dafür dass man hier hervorragend auf Lehramt studieren kann.
00:11:50: Wie komme ich darauf?
00:11:51: Also erstens alle Schulformen werden abgedeckt auch Berufskollegs und sonderpädagogische Förderung.
00:11:58: zweitens gibt mehr als hundertsechzig verschiedene Fächerkombination also von Sprachen über Natur Wissenschaften bis hin zur Ernährungslehre, Technik, Psychologie und Religionslehre.
00:12:09: Und drittens die Studis haben wirklich von Anfang an super viele Praxiseinblicke um Möglichkeiten zu Projektarbeiten und sie können auch tatsächlich internationale Erfahrungen sammeln.
00:12:21: Das ist jetzt nichts Neues, weil das Platz, das existiert ja schon seit Mitte der neunziger Jahre und war eines der ersten Lehrerbildungszentren in NRW.
00:12:32: Welche Idee steckt denn eigentlich hinter diesem Ansatz?
00:12:37: Also wenn Sie dieses Akronym-Platz übrigens mit dem Professional School of Education gar nicht kompatibel... also man fragt sich warum ist das Akronymenplatz eigentlich da?
00:12:47: Das hieß früher mal Paderborner Lehrer Ausbildungscentrum.
00:12:51: Das haben wir in den letzten Jahren gegründet.
00:12:54: Und dieses Akronym war so eingespielt, das war ein Branding, als wir uns zur Professional School of Education weiterentwickelt haben.
00:13:02: Dieses Akronymen kann man nicht streichen.
00:13:04: Deshalb heißen wir heute Platz Professional School Of Education.
00:13:07: Weil jeder kennt das Platz und das wollten wir eben nicht aufgeben!
00:13:13: Was stand für eine Idee dahinter?
00:13:14: Wenn Sie so ein Lehramtsstudium betrachten, dann ist das ja eine Situation in der ich als Studentin oder als Student verschiedene Fächerkombinationen habe.
00:13:21: Sie haben das genannt – wir haben wahnsinnig viele!
00:13:23: Wir decken das Fächerspektrum sehr breit ab.
00:13:26: im Moment haben wir siebenundzwanzig Einzelfächer die man studieren kann und wenn Sie dann die Kombination dazu nehmen kommen Sie auf diese große Zahl, die Sie eben genannt haben.
00:13:34: Und das bedeutet aber auch, dass ich in unterschiedlichen Fakultäten angesiedelt bin.
00:13:37: Also wenn ich ein Grundschullehr am studiere, dann bin ich im Sport für Naturwissenschaften mit den Bildungswissenschaftern in der Kulturwissenschaft.
00:13:47: Wenn Sie das Fach Mathematik studieren sind sie in der Fakulität Elektrotechnik Informatik Mathematick.
00:13:53: Das heißt, ich bin in unterschiedlichen Fakultäten angesiedelt und die Frage ist, wo eigentlich der Kernpunkt, wo das Lehramt jetzt angesiedlet ist.
00:14:01: Gehör ich zu der einen Fakulität?
00:14:02: Ja aber auch nur zu einem Drittel oder nur zur Hälfte gehöre ich zu anderen Fakultypen.
00:14:06: Und da war es einfach wichtig ein Ort zu schaffen an dem Lehramtsstudierende sozusagen eine in Anführung Heimat haben.
00:14:11: Das heißt also ein Ort, der sich um Belange des Lehramtstudiums über die Fakultäten hinweg kümmert.
00:14:17: Und das war die Idee, eine solche Einrichtung zu schaffen als Querstruktur zu den Fakulitäten, die sich spezifisch um Belange des Lehramtes kümmern.
00:14:25: Das sind auch heute unsere Kernaufgaben in der Platz Professional School of Education.
00:14:29: Wir entwickeln auch neue Studiengänge.
00:14:30: Sie haben das angedeutet dass wir beispielsweise das Lehramt für so einer pädagogische Förderung eingeführt haben.
00:14:37: Das war nicht von Anfang an da, das haben wir im Jahr zwei Tausend vierzehn gemacht.
00:14:40: Das heißt solche Studiengänge gemeinsam zu entwickeln ist eine Aufgabe der Professionalschool.
00:14:45: Wir haben Beratungsaufgaben in ganz unterschiedlichen Situationen.
00:14:48: Wir organisieren Praxisphasen.
00:14:49: Das ist ein ganz wichtiges Element für die Studierenden.
00:14:51: auch das hat sich schon angedeutet diese Ausgestaltung der Praxisfasen Organisation der Praxisfasen In Zusammenarbeit mit der Bildungsregion.
00:14:59: Auch das ist für uns noch mal ganz wichtiger Punkt dass es so eine typische Aufgabe des Platz, also hier diese Bildungsregion einzubinden und zu bedienen.
00:15:11: Wir schaffen viele Professionalelemente für Studierende im Platz.
00:15:15: Das geht so ein bisschen in die Richtung dessen was Sie vorhin gesagt haben – diese Anforderung für Lehrkräfte, die jenseits der Fächer liegen, die jetzt also nicht Mathematik, Deutsch, Sport oder Musik betreffen sondern eher die Frage wie gehe ich mit Heterogenität um?
00:15:27: Wie gehe ich der Arbeit in inklusiven Schulen.
00:15:35: Das sind solche Querschnittsthemen, die natürlich für Studierende insofern wichtig sind als dass sie den schulischen Alltag heute darstellen und wir natürlich dafür Sorge tragen müssen das auch Studierenden wie gesagt jenseits der fachlichen Ausbildung auf solche Anforderungen vorbereitet werden.
00:15:50: Und da gibt es verschiedene Elemente in denen sich Studierender durchaus auch nach Neigungen nochmal professionellisieren oder vertiefen können.
00:15:57: Das muss nicht in allen Bereichen sein, wir haben zum Beispiel ein Profilstudium.
00:16:00: da kann ich entweder den Bereich Digitalisierung dem Bereich gute gesunde Schule Umgang mit Tideonität vertiefen.
00:16:07: Paderborn wird ja häufig als starke Bildungsregion beschrieben, zum Beispiel auch weil siebzehntausend Schulkinder von der Netzidentität profitieren und zwar durch die Lernstadt.
00:16:19: Das ist eine Initiative der Stadt Paderborne und die verbindet alle thirty-fünf Schulen hier vor Ort miteinander.
00:16:27: was macht denn den Standort aus ihrer Sicht noch außerdem besonders?
00:16:33: Das ist jetzt ein Highlight, das Sie angesprochen haben.
00:16:36: Diese Lernstadt Paderborn mit WT geschrieben, die jetzt im Bereich der digitalen Infrastruktur besonders leistet.
00:16:45: was für mich diese Bildungsregion hier in Paderborne ausmacht ist die jetzt aus Perspektive der Lehrkräftebildung ist die gute Kooperation zwischen der Universität und dieser Bildungsregion.
00:16:54: Und das kann man an ganz unterschiedlichen Stellen sehen bzw.
00:16:57: Beispielen festmachen, wir sind ja in der Lehrkräftenausbildung sozusagen die erste Phase also die universitäre Phase.
00:17:04: dann kommen die zweite Phase im Vorbereitungsthins der durch die Zentren für schulpraktische Lehrkräfte Ausbildung hier in Paderborn in Detmold und Bielefeld geleistet wird und dann haben wir natürlich die Schulen die Schulen der Region mit allen Institutionen also Schule den sogenannten Studienseminaren, das sind diese Zentren für schulpraktische Lehrkräfterausbildung und die Universität.
00:17:23: Das ist sozusagen wenn sie sowohl in so einer Bildungsgemeinschaft die jeweils spezifische Aufgaben hat aber die eben auch zusammenarbeitet.
00:17:30: Und das bedeutet dass wir ganz viele Kooperationen mit der Region haben wo wir Universität Schule und ZFSL das in dieser Studien Seminare verbinden.
00:17:40: Das sind zum Teil organisierte und instituzionalisierte Phasen.
00:17:44: eine zum Beispiel Das Praxissemester unserer Studierenden gehen im Studium mit Master ein Semester lang in die Schulen.
00:17:52: Und das sind Schulen der Bildungsregion Paderborn, die reichen vom Hoch Sauerland bis Höchster und in Richtung... So beispielsweise ist es eine festgelegte Region.
00:18:02: Die sind in Nordrhein-Westfalen aufgeteilt.
00:18:03: Die Universität Paderborne hat ihre Bildungsrektion Bielefeld Münster usw.. In dieser Region sind wir gemeinsam mit diesen Schulen curricula entwickelt wie die Ausbildung in den Schulen in diesem Praxissemester sein soll.
00:18:18: Das ist also sozusagen so eine strukturierte Ausbildungsgemeinschaft, die wir da bilden mit der Region.
00:18:23: Da sind natürlich die Schulen hier in Paderborn und Umgebung ganz, ganz wichtige Partner.
00:18:30: Wir haben an anderen Stellen sehr viele Verbindungen zu den Schulen.
00:18:34: Ich hatte vorhin beispielsweise diese Professionellisierelemente angesprochen wo wir versuchen Studierenden zusätzliche Lernen- und Entwicklungsgelegenheiten zu bieten in Praxis Dinge, die sie hier an der Universität an Kompetenzen erwerben schon einzubringen.
00:18:49: Und das geschieht... in ganz unterschiedlichen Kontexten vom Sportverein über NGOs, über Vereine zum Beispiel zur Leseförderung.
00:18:58: Wir haben ein Projekt vielfalls stärken.
00:19:00: da geht es z.B.
00:19:00: darum... Da kann man das ganz schön sehen.
00:19:02: wir bilden die Studierenden zu studentischen Sprachförderlehrkräften aus.
00:19:06: Die gehen dann in die Schule und unterstützen dort Schülerinnen und Schüler die beispielsweise Deutsch nicht als erste Bildungssprache haben im Spracherwerb.
00:19:15: Und da können sie eben auf der einen Seite Kompetenzen diese hier erworben haben Einbringen.
00:19:19: zur Unterstützung der Schulen Schulen natürlich auch eine große Entlastung.
00:19:22: Auf der anderen Seite sammeln sie aber auch pädagogische Erfahrungen im Feld, also die Studierenden profitieren da auch von.
00:19:27: Sie können das auch integrieren in ihr Studium.
00:19:29: und das sind solche Win-Win Situationen wo wir an ganz unterschiedlichen Stellen versuchen solche Möglichkeiten aus der Bildungsregion auch mit Unterstützung beispielsweise dieses Projektvielfaltstärken mit Unterstützung der Stadt, mit Unterstützung des Bildungsbüros um das Interaktions Büros beziehungsweise Zentrums hier im Kreis Paderborn mit unterschiedlichen Stiftungen, die das fördern.
00:19:50: Versuchen wir solche Möglichkeiten auszuloten und zu schaffen wo Studierende Praxis erwerben aber gleichzeitig Studierenden auch damit hier in der Region Bildungsarbeit unterstützen können sozusagen jenseits des engen Korikolums Und da ließen sich so viele Beispiele zeigen, wo wir mit der Region tatsächlich in einer sehr engen Verbindung stehen und wo wir als Universität auch auf die Regionen angewiesen sind.
00:20:12: Also wir profitieren als Universitet auch davon.
00:20:15: Wenn ich vorhin von Transfer gesprochen habe dann ist das ja nicht so ein Technologietransfer wie man es im klassischen Sinne verstehen würde wenn wir vielleicht jetzt im ingenieurwissenschaftlichen Kontext wären sondern Transfer ist für uns immer ein Austausch eine Win-Win Situation.
00:20:27: Das heißt wenn wir in Schule gehen bringen wir natürlich Innovation in Schule oder hoffen, dass wir Innovationen in Schule bringen können.
00:20:33: Aber wir profitieren auch von der Schule.
00:20:35: also Wir brauchen die Rückbindung der Schule an die Hochschule und das ist sozusagen eine sehr fruchtbare Situation.
00:20:41: Das hat auch was mit agieren auf Augenhöhe zu tun.
00:20:44: Also wir sind sozusagen nicht der Elfen beim Turm, der jetzt meinen Die anderen da irgendwie belehren zu müssen sondern wir machen das in einer sehr kooperativen Partnerschaft in der wir jeweilige Bedeutsamkeit und Wichtigkeit, die Funktion der einzelnen Institution auch wertschätzen.
00:21:03: Sie hatten schon jetzt mehrmals den Transfer angesprochen.
00:21:06: Wir hatten auch über den Fachkräftemangel schon gesprochen und grundsätzlich kann man ja auch wirklich sagen, wir brauchen dringend Nachwuchs vor allen Dingen im MINT-Bereich.
00:21:16: gerade in der IT-Branche fehlen deutschlandweit Fachkräfteerhebungen haben im letzten Jahr, dass es zwar deutlich weniger unbesetzte Stellen gibt als in den Jahren davor.
00:21:29: trotzdem sind wir auf Bundesebene da immer noch bei hundertzehntausend knapp unbesetzten Stellen und damit ist ganz klar die Unternehmen sind ja weiterhin stark belastet.
00:21:40: Es gibt Regionen, die setzen auf Einzelmaßnahmen um dagegen anzusteuern.
00:21:44: Paderborn setzt da tatsächlich auf eine langfristige Strategie.
00:21:48: hier wird es wirklich durchgängig gefördert also von der Grundschule bis zum Berufseinstieg und das auch durch die enge Verzahnung vom von Bildungswirtschaft und eben Wissenschaft wie wir jetzt gehört haben.
00:22:01: Es gibt beispielsweise Workshops, aber auch Initiativen wie das Mentoring-Programm Girls for IT die Nachwuchstalente erfolgreich mit lokalen Unternehmen zusammenbringen.
00:22:13: kann man also sagen dass Fachkräftesicherung inzwischen schon im Kindesalter beginnt?
00:22:21: Also die Frage ist ja häufig, wenn sich jemand für einen IT-Beruf entscheidet.
00:22:24: Jemand nimmt ein Studium auf im Bereich der IT oder im Bereich Der Mindfächer dann ist ja immer die Frage wo es eigentlich sozusagen der entscheidende Klickpunkt gewesen?
00:22:34: Wann ist sozusagen die Weiche gestellt worden, die mich jetzt in diesem Bereich und nicht in einem anderen Bereich geführt hat?
00:22:39: das kann man natürlich pauschal nicht sagen.
00:22:41: Da gibt es junge Menschen, die haben im Verlauf ihrer Schulzeit vielleicht an irgendeiner Stelle weil sie das Fach Physik als wahnsinnig spannend erlebt haben.
00:22:52: Entscheidungen getroffen in diese Richtung zu gehen.
00:22:54: andere werden durch ihr Umfeld möglicherweise so schon sozialisiert beeinflusst oder auch angeregt in diesem Bereich zu gehen.
00:23:00: Das hat ja ganz unterschiedliche Gründe.
00:23:01: aber beim Kern kann man natürlich sagen Bildung fängt im Kindesalter an also schon in der frühen Erziehung Und damit kann man natürlich auch sozusagen schon Dinge vorbereiten, wobei ich das immer so sagen würde.
00:23:14: Es geht ja nicht darum jetzt irgendjemand in eine bestimmte Richtung zu drängen oder zum manipulieren sondern es ist eher das wie sie es ausgedrückt haben Angebote zu machen.
00:23:22: also wenn ich keine angebote habe hab ich auch keine Anregungen.
00:23:24: Das heißt mich für einen Bereich zu interessieren heißt ja Ich muss in diesem Bereich Lerngelegenheiten Erfahrungsmöglichkeiten haben und die anzubieten dann auch durchaus schon im frühen Bereich heißt Ja schaffe Optionen, Möglichkeiten sozusagen diese Neigungen oder diese Interessen auszubellen.
00:23:40: Und ich glaube das ist der wichtige Punkt.
00:23:42: es geht nicht darum jetzt zu sagen die und die Kinder oder Jugendlichen muss sich in eine bestimmte Richtung drängen oder da Angebote so lancieren dass viele im Mindbereich laufen.
00:23:54: Das kann man nicht steuern.
00:23:55: Das hängt natürlich jeweils von der individuellen Person ab.
00:23:58: aber unsere Aufgabe ist es eben attraktive Angebote zu machen und zur Unterstützung.
00:24:05: Das kann man sehr breit machen, so wie Sie es gerade angedeutet haben da ist eben nicht nur Schule die Institutionen das machen kann, da gibt's ganz viele Player in der Bildungsregion die das alle gemeinsam fördern und unterstützen
00:24:14: können."
00:24:21: mit herauszugreifen.
00:24:22: Das ist ein Lernort, ja einen Gemeinschaftsprojekt der Universität Paderborn und dem Heinz-Nixdorf Museumsforum.
00:24:30: das Ganze wird auch unterstützt vom ZDI Zentrum Paderborne und auch vom Land NRW.
00:24:34: tatsächlich und hier sollen Kinder und Jugendliche mal fernab von Schule für Naturwissenschaften und Technik begeistert werden.
00:24:44: deswegen Ja, ist das eigentlich eine ganz schöne Überleitung für Sie auch nochmal herauszustellen?
00:24:49: Warum denn auch so Lernorte, Lernangebote, Projekte außerhalb der normalen Schule so wichtig sind heutzutage.
00:24:58: Ich glaube, das ein wichtiger Punkt schon ist.
00:25:00: Es ist ein außerschulischer Lernen und das heißt ich gehe mal aus dem schulischen kanonischem Kontext heraus.
00:25:05: Ich bin jetzt nicht im Fach XY wo ich genau weiß, okay das ist das Fach dass mir mehr oder weniger liegt, mehr oder wenig Spaß macht sondern ich kann tatsächlich stärker projektorientiert arbeiten und das heisst ich gehe nicht in der Kanonik des Faches vor sondern ich gehe in diesem Schülerlabor ja von interessanten Problemstellung aus, die ich dort bearbeiten oder lösen kann.
00:25:23: Und das ist sozusagen ein Zugang, den man natürlich didaktisch auch im Unterricht wählen kann aber den nicht da nochmal an ganz konkreten... Stationen an ganz konkreten Experimenten beispielsweise, die ich durchführen kann erleben kann.
00:25:34: Und ich glaube dass diese Art also sozusagen stärker handlungsorientiert zu arbeiten, stärker problemorientiert zur Arbeiten das Ganze natürlich letztendlich wieder fachlich rückgekoppelt.
00:25:43: Also es geht ja nicht um ein reines Spielerlebnis in einen solchen Schüler Labor sondern es geht natürlich darum letztendling auch ein fachliches Interesse zu entwickeln und zu betonen.
00:25:53: Sofern ist die fachliche Rückbildung natürlich immer eine wichtige.
00:25:55: Die geschieht hier auch aber das sozusagen im Kontext zu machen der eben einen stärker Handlungsorientierten, in dem Fall beispielsweise auch ein stärker experimentellen Zugang hat.
00:26:05: Wo ich nochmal besondere Möglichkeiten habe die schulisch auch nicht umsetzen kann das muss man ja auch sagen so ein Schüler davor hat eben bestimmte Rahmenbedingungen und Möglichkeiten.
00:26:11: die kann man nicht an jeder Schule sozusagen duplizieren.
00:26:13: Insofern sind es schon sehr spezielle Lernorte aber dadurch haben sie auch eben ihre besondere Bedeutung und ihren besonderen Gewinn.
00:26:20: Wenn wir jetzt mal auf den Lehrberuf in der Zukunft schauen, was müssen denn junge Studis so mitbringen?
00:26:29: Worauf müssen sich vielleicht auch einstellen.
00:26:33: Es geht ja schon lange nicht mehr nur um diese Wissensvermittlung sondern auch um viel, viel mehr also dass man auch seine Persönlichkeit mit reinbringt und sich auch auf Schüler... individuell einlassen kann.
00:26:46: Also was macht den Schüler, den Lehrer beruf in Zukunft aus?
00:26:50: Ja also natürlich geht es weiterhin darum das zukünftige Lehrkräfte in Schule Lerngelegenheiten schaffen, wo ich natürlich in den einzelnen Fächern, so ist unsere Schule ja noch organisiert.
00:27:03: Also mindestens in der Regelschule das sich in bestimmten Fächerkompetenzen erwerbe.
00:27:07: und sie haben mir Eingangs gesagt ein großes Problem besteht im Moment darin dass unsere Schülerinnen und Schüler bestimmte Basiskompetensen im Bereich des Lesens oder auch der Mathematik nicht haben die Sie eigentlich haben sollten.
00:27:21: und das heißt ja zunächst mal da sind auch sozusagen fachlich Differenzen da, die so eigentlich nicht wünschenswert sind.
00:27:29: Das heißt also natürlich wird es auch weiterhin darum gehen solche Basiskompetenzen zu entwickeln.
00:27:34: Das ist das eine.
00:27:35: Das andere ist aber und das sieht man sehr schön dass wir heute in der Kombination jetzt – das ist eben nicht ausreichend was Sie gerade als Wissensvermittlung betrieben haben, das ist nicht ausreicht sozusagen nur auf die fachliche Seite zu schauen, die auf jeden Fall da sein muss.
00:27:48: Aber jetzt habe ich Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen Da habe ich unterschiedliche Lernausgangslagen, unterschiedliche Zugangsweisen ganz individuelle Eigenschaften und Merkmale.
00:27:57: Und als Lehrperson muss es mir erstmal gelingen diese Unterschiedlichkeit von Lerausgangslagen wahrzunehmen um dann zu überlegen, wie ich diese sozusagen bedienen kann.
00:28:06: Nicht jede Schülerin und jeder Schüler lernt.
00:28:08: Also dieses Gießkannenprinzip das man so manchmal fährt und sagt Ich bediene mit sozusagen einer didaktischen Entscheidung sozusagen alle weil ja alle irgendwie gleich sind.
00:28:19: Das funktioniert eben nicht mehr.
00:28:20: Das funktionierte früher eigentlich auch nicht obwohl man früher häufig so gedacht hat.
00:28:24: aber dann hat man sozusagen das Mittelmaß bedient.
00:28:26: Man hat zum Teil auch Schülerinnen unterfordert.
00:28:28: Es gibt auch hochbegabte Schülerinnen und Schüler die sehr leistungsstark sind.
00:28:31: Auch die gilt es ja zu fordern, die muss man dann weniger fördern.
00:28:35: Man muss sie fordern und diejenigen die Leistung schwächer sind muss man fördern.
00:28:39: das heißt also mit dieser unterschiedlichen Klientel von Schülerinnen und Schülern umzugehen.
00:28:44: dass ist sozusagen das was wir zum Beispiel auch bedienen.
00:28:47: Wir haben es ja vorhin schon genannt wenn wir von dieser heterogenen Schülerschaft sprechen und diese Frage wie geht man mit Heterogenität um?
00:28:55: Um dann eben auch fachliche Lernprozesse bei diesen unterschiedlichen Schülerinnen-Schülern anzuregen?
00:28:59: Das ist so ein Bereich.
00:29:00: Inklusion spielt dann natürlich auch eine große Rolle.
00:29:03: Letztendlich ist das ja die Idee, wenn ich inklusiv beschule, dass sich genau auf diese unterschiedlichen Lernausgangslagen und diese unterschiedliche individuellen Voraussetzungen von Schülerinnen und Schülern auch eingehen kann.
00:29:14: Und das muss sie als Lehrkraft natürlich mitbringen neben meiner fachlichen Expertise.
00:29:18: Das muss sich didaktisch sozusagen übersetzen in Lernsituationen, die für diese Schüleren und Schüler adaptiv angemessen sind.
00:29:24: Und es ist eine große Herausforderung.
00:29:26: Es ist nicht trivial.
00:29:28: Und jetzt haben sehr viele Beispiele schon genannt wo man weitere Anforderungen hat, die jenseits der typischen Fächer liegen.
00:29:35: Sie haben Digitalisierung angesprochen.
00:29:37: im Moment ist ja eine riesen Diskussion bei Lehrkräften das man das Gefühl Wir stehen an einer Stelle, wo das Lernen sozusagen unterlaufen wird.
00:29:49: Weil Schülerinnen und Schüler das Lern jetzt delegieren können ja also das was wir als cognitive offloading bezeichnen.
00:29:55: Was wir mit dem Problem des Deskillingen bezeichnenden?
00:29:57: Also die Frage wenn ich doch die Aufgaben, die ich machen muss jetzt an die KI delegiere dann bin ich ja sozusagen entlastet.
00:30:04: Das heißt mein Denken um es mal etwas verkürzt zu sagen lagere ich aus ein eine KI also einen Im Software-System.
00:30:13: Und die Frage ist, wie gehe ich damit um?
00:30:15: Was heißt das denn für Arbeiten die Schülerinnen und Schüler in der Schule schreiben?
00:30:18: Ich kann jetzt nicht mehr einschätzen ob das eigentlich eine Leistung des Schülers oder der Schülerin ist oder ob die KI dies gemacht hat.
00:30:23: Wie gehe ich jetzt damit um Schülerinnen zu verdeutlichen dass das eigene denken schon noch eine wichtige Qualifikation ist.
00:30:30: So das sind die Herausforderungen, die sich erst mal jetzt nicht stellen im Fach Mathematik oder einfach Deutsch oder einfach Erdkund oder Biologie, die stellen sie in allen Fächern weil die KI ein generisches Instrument ist, die kann sowohl in der Biologie als auch in der Mathematie helfen.
00:30:44: und da stellt es jetzt eine neue Aufgabe wie kann man ein solches Instrument integrieren?
00:30:49: Wie gehe ich damit um?
00:30:50: Das ist ne Anforderung.
00:30:51: Die gab es früher nicht, die gibt's aber heute und darauf müssen wir vorbereiten.
00:30:54: Dass das sozusagen diese Frage wie kann ich als Lehrperson mit dieser Ambivalenz umgehen?
00:30:59: Ist dann verbot jetzt das richtige Instrument?
00:31:01: Das wäre eher eine pädagogische Frage.
00:31:03: Aber eine didaktische Frage ist, wenn ich es nicht als verbot sehe sondern als Instruments sehe.
00:31:07: Wie werden sich denn Lernprozesse unter dem Einfluss von KI verändern?
00:31:10: Die Frage stellt sich bei uns im Studium und bei den Studierenden natürlich genauso.
00:31:13: also wir haben ja mit diesem Problem nicht anders zu tun als die Lehrkräfte, die dann mit Schülerinnen und Schülern arbeiten.
00:31:18: Und da sieht man eben das weil sie nach der Zukunft gefragt haben dass sich im Laufe der Zeit Anforderungen stellen, die wir heute auch noch gar nicht vorhersehen können.
00:31:28: Wenn sie eine Lehrkraft vor zwanzig Jahren mit einem solchen Szenario konfrontiert hätten, da hätte man gesagt aber in einer Maschine, die so intelligent ist wie der Mensch ich will jetzt nicht behaupten dass das so ist ja aber könnte man sagen diese Intelligentes wieder menschweise so tolle Ergebnisse liefern?
00:31:41: Das ist ein utopisches Szenarien und es wird nie eintreten.
00:31:44: also damit muss ich mich beschäftigen.
00:31:46: Heute haben wir eine Situation wo eben bestimmte Ergebnisse, die eine solche KI produziert.
00:31:53: Die eben sehr menschenähnlich aussehen uns durchaus vor solcher Herausforderungen stellen.
00:31:58: und wie die in zwanzig Jahren aussehen werden.
00:32:01: das ist das große Fragezeichen.
00:32:02: also auch diese frage wie gehe ich mit diesen Unsicherheiten um?
00:32:05: muss man einfach fairerweise sagen.
00:32:07: die können wir für bestimmte problemenlangen heute absehen mit dem wir uns beschäftigen.
00:32:10: aber wir können nicht ausschließen dass sie sich in zehn fünfzehn jahren nochmal neu stellt und das Problem in der Lehrkräftebildung ist.
00:32:16: dann sind diese jungen Menschen die wir heute ausbilden im dienst.
00:32:19: Die machen dann nicht ein neues Studium, um sich nochmal auf diese Problemlage einzustellen.
00:32:23: Und das ist etwas was man dann machen wir heute ja auch durch zum Beispiel Fortbildung von Lehrkräften als kontinuierliche Aufgabe und durchführen muss genauso wie sie es im medizinischen Bereich erwarten würden dass ihre Ärztinnen und Ärzte sich permanent fortbilden.
00:32:37: Im Bereich der Lehrerinnen und Lehrer ist das ein Thema das wir immer wieder betonen und diskutieren was aber nicht selbstverständlich ist weil Es ist natürlich klar, wenn Sie Lehrkräftemangel haben.
00:32:48: Stundenausfall und Richtsausfall.
00:32:50: Und wenn sie dann noch als Schulleiterin oder Schulleite ihre Lehrkräfte auf Fortbildung schicken, da haben Sie natürlich immer ein Spagat, den Sie irgendwie ausloten muss.
00:32:59: Also es gibt viele Dinge die das auch durchaus momentan pragmatisch sicherlich ein Stück weit behindern.
00:33:05: Was schade ist, weil das nämlich auch beim Schulbarometer in diesem Jahr herauskam.
00:33:09: Dass sich viele Lehrerinnen und Lehrer genau das wünschen.
00:33:12: Fortbildung, Weiterbildung – auch wenn es um beispielsweise die Demokratie geht, Demokratie-Bildung geht.
00:33:21: Auch da wünschten sich viele einfach ein bisschen Unterstützung noch.
00:33:25: Also das ist sehr interessant und schön dass sie dann hier auch wirklich Fortbildungen anbieten.
00:33:33: Beispielsweise junge Menschen hier diese Folge hören und sich eben überlegen.
00:33:37: möchte ich auf Lehramt studieren oder nicht.
00:33:40: Wie würden Sie die denn motivieren?
00:33:42: Weil wir haben jetzt auch viel natürlich über Herausforderungen gesprochen, die das ganze mit sich bringt, dass Berufsfeld mit sich bringt.
00:33:50: Trotzdem ist es natürlich auch so, auch das ist eine Erkenntnis aus den aktuellen Zahlen, dass die allermeisten über achtzig Prozent der Lehrerinnen und Lehrer ihren Beruf wirklich sehr gerne machen.
00:34:00: Das heißt, es ist ja auch was Gutes daran!
00:34:03: Das heißt wie würden sie jetzt junge Menschen motivieren hierher?
00:34:06: kommen an die Universität Paderborn, um auf Lehramt zu studieren.
00:34:11: Also das ist sehr schön dass Sie das am Ende nochmal betont haben weil der erste Blick häufig auf die Defizite geht.
00:34:18: ich glaube wenn man junge Menschen motivieren will ein Lehramtsstudium anzutreten dann glaube ich sollte man deutlich machen dass dieser blick auf die problemen lagen erst mal kein repräsentativer es war eben dass nicht die Mehrheit der Lehrkräfte ist, die so unzufrieden ist.
00:34:32: Dass sie sagen das sollte man auf keinen Fall machen sondern eher fragen warum sind denn die Lehrkräften?
00:34:39: die heute sagen, ich bin so zufrieden.
00:34:40: Warum sind sie denn so zu frieden?
00:34:42: Und meine Erfahrung oder mein Votum wäre immer zu sagen naja das Schöne am Lehrkräfteveruf ist ja einerseits Ich habe viel Gestaltungsspielraum natürlich haben wir Lehrpläne Wir haben Curricula Wir haben Rahmenbedingungen und so weiter und sofort aber ich hab letztendlich eine pädagogische Gestaltungsfreiheit.
00:34:57: Lerngelegenheiten zu schaffen Das ist das Eine.
00:34:58: und das zweite ist es ein Beruf in dem mich auch einen unmittelbaren Unmittelbares Feedback auf das bekommen, was sich bewirken kann.
00:35:06: Das heißt also junge Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten ist eine völlig andere Perspektive als zu sagen ich bringe denen etwas bei, was von der sprachen Formulierung schon völlig fehlgeleitet ist weil wir als Lehrkräfte nicht diejenigen sind die was beibringen.
00:35:21: Das ist sozusagen so ein bisschen diese Nürnberger Trichter Mentalität oder bzw Metapher sondern junge Menschen ihren Bildungsprozessen zu unterstützen und dazu sozusagen Lerngelegenheiten zu schaffen Da das Gefühl zu haben, ich kann etwas bewirken in dem Bereich, in dem ich arbeite.
00:35:38: Ich kann für das Fach X oder Y, indem ich hier ausgebildet bin, kann ich im Feld in der konkreten Schule etwas erreichen, indem mich eben Kinder und Jugendliche unterstütze, indem sich so etwas wie wenn man jetzt sagt Begeisterung für ein Fach klingt sehr hochgestochen, aber ich glaube Sie wissen was ich meine!
00:35:55: Wenn man da versuchen kann, ein bisschen in diese Richtung zu arbeiten und vor allen Dingen auch den Schülerinnen und Schülern Erfolgserlebnis zu ermöglichen.
00:36:02: Das ist etwas wo man einen Feedback bekommt.
00:36:04: was vielleicht für Berufe diese typischen Professionen das ist ähnlich wenn ich jetzt Ärztin oder Arzt wäre und das Gefühl habe Ich kann meinen Patienten und Patienten helfen, damit ich komme da ein positives Feedback weil ich einfach durch Therapie ansetze Sie sozusagen in ihren Krankheitsverläufen positiv beeinflussen und unterstützen kann.
00:36:23: So ähnlich würde ich sagen, ist das in vielen Professionen so eben auch im Bereich der Lehrkräfte dass sich ein unmittelbares Feedback bekommen auf das was sich verändern kann bei allen Schwierigkeiten die damit verbunden sind.
00:36:34: es gibt doch mal Rückschläge Es gibt auch Dinge wo ich mal das Gefühl habe Ich kann nichts berücken.
00:36:37: Das gehört dazu das muss man auch fairerweise sagen.
00:36:39: das würde mich aber nie davon abhalten diesen Beruf der Lehrerinnen oder des Lehrers als einen zu bezeichnen Der durchaus erstrebenswert ist.
00:36:47: Und ich weiß auch da nochmal der Blick als Mutter, wirklich wie sehr ich Lehrpersonen gewertschätzt habe die mein Kind gesehen haben und meinen Sohn hat auch eine sehr, ich sag mal dynamische Schulkarriere hinter sich.
00:37:04: Und ich war sehr, sehr dankbar auch als Mutter.
00:37:06: Wenn es unter den Lehrpersonen auch mal Lehrerinnen und Lehrer gab die eben nicht nur ihren Job gemacht haben sondern auch gesagt haben mir ist das Kind wichtig.
00:37:16: Das ist ein guter Kerl, die ihn dann auch wirklich gefördert haben oder auch Räume gegeben haben wenn er Räumel brauchte also die wirklich beim kind waren tatsächlich und nicht nur eben frontal vor der Tafel standen und versucht haben etwas beizubringen.
00:37:31: Und deswegen finde ich das toll, dass hier auch Menschen so gut ausgebildet werden in der Hoffnung, dass ganz viele Lehrerinnen und Lehrer hier rausgeschickt werden die eben genauso Kinder unterstützen wie auch mein Kind mal unterstützt wurde weil ich weiß als Mutter eben wie viel Erleichterung das auch gibt tatsächlich und da ist auch ein inner Familie auch unterstützt.
00:37:51: also Lehrerin und Lehrer unterstützen ja auch irgendwie dann Familien tatsächlich irgendwie.
00:37:55: Ganz zum Schluss haben wir bei Wissenschaft immer Blitzfragen herzlichen, die würde ich Ihnen jetzt auch noch stellen.
00:38:03: Also da gerne so knackig antworten wie möglich und wir legen auch direkt los was bedeutet für Sie Transfer?
00:38:11: Transfer bedeutet für mich Austausch auf Augenhöhe.
00:38:14: Das war
00:38:14: sehr knackige!
00:38:16: Sehr gut.
00:38:17: also genauso wollte ich es ja haben.
00:38:19: Wie hat Paderborn sie geprägt?
00:38:21: Durch die Region vielen konstruktiven Menschen, die in dieser Region an einem Strang ziehen.
00:38:28: Und zuletzt woran werden sie wohl in zehn Jahren arbeiten?
00:38:34: An den gleichen Fragen, an denen ich heute arbeite und an den Fragen, die Sie in zehn jahren stellen von denen wir heute noch nicht wissen!
00:38:42: Ich bedanke mich sehr für dieses spannende Gespräch Herr Prof.
00:38:46: Dr.
00:38:46: Herzig.
00:38:47: Danke dass ich hier sein durfte mit dem wirklich tollsten Blick, den ich überhaupt haben kann.
00:38:52: Also das sehen natürlich jetzt unsere Hörerinnen und Hörern nicht aber ich schaue wirklich über Paderborn.
00:38:57: ihr Büro ist sehr gut platziert so dass sie wirklich einen tollen Blick habe.
00:39:02: Das könnt ihr sicherlich dann auch mal ja auf Social Media bei uns sehen wie das Ganze hier ausgesehen hat bei ihnen im Büro.
00:39:09: Vielen Dank, dass ich hier sein durfte
00:39:11: Sehr gerne.
00:39:11: Ich danke Ihnen Und Sie sehen Im wahrsten Sinne des Wortes Dass die Universität Paderborne viel zu bieten hat.
00:39:16: Da stimmt Tschüss Bis zum nächsten Mal
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