Von der Kaserne zum Creative Business Hub
Shownotes
Kreativwirtschaft – das klingt nach Kunst und Atelier? Weit gefehlt. Coding, KI, Design, Marketing: Die Branche ist eine Querschnittsindustrie, die die gesamte Wirtschaft beflügelt. In Paderborn arbeiten über 6.500 Menschen in der Kreativwirtschaft, überdurchschnittlich viel für die Stadtgröße.
In dieser Folge von "Wissen2Wirtschaft … und zurück" spricht Moderatorin Selina Hare mit Dr. Dominik Nösner, Mitgründer des BLAU Creative Business Hub. Auf dem Gelände der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne entsteht auf rund 10.000 Quadratmetern ein Quartier für kreatives Arbeiten, Gründen und Vernetzen mit Coworking, Büros, Veranstaltungsräumen, Fotostudio und sogar Co-Living.
Dominik erzählt, wie aus einer Idee in Arbeitsgruppen von Uni und Stadt ein konkretes Projekt wurde, warum der Begriff „Creative Economy" Türen öffnet, die „Kreativwirtschaft" verschlossen hielt, und welche Synergien entstehen, wenn Firmen plötzlich Tür an Tür sitzen.
Jetzt reinhören! „Wissen2Wirtschaft" – den Podcast der Universität und der Wirtschaftsförderung Paderborn – gibt's überall, wo es Podcasts gibt.
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BLAU Creative Business Hub
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Wirtschaftsförderung Paderborn
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Universität Paderborn
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Moderatorin Selina Hare
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ams Radio und MediaSolutions (Podcastfabrik)
Transkript anzeigen
00:00:03: Kaiserzeit Weimarer Republik, zwei Weltkriege und die Nachkriegszeit haben sie erlebt.
00:00:09: Und wenn man genau hinhört erzählen die acht Gebäude hier unter auch noch von Frühjahr das Knastbett und die schweren Gefängnestüren mit rundem Kuckloch in Block eins zum Beispiel Die hohen Decken und kunstvollen Türrahmen- und Treppengeländer, die seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts den Charakter der Räume prägen, die jetzt entkern zur Baustelle geworden sind.
00:00:29: Damit Altes erhalten bleibt um Neues zu schaffen!
00:00:33: Hier entsteht Block für Block eine urbane Wirkungsstätte für Paderborn's kreative Köpfe, die schon bald zur ersten Adresse für modernes Arbeiten in OWL werden soll.
00:00:45: Das Herz der Paderborner Kreativ-Szene ist rund zehntausend Quadratmeter groß und schlägt nur eins Komma vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt mitten im Riemekäffiertel.
00:00:58: Das Blaue Creative Business Hub ist ein Ort, der nicht nur das kreative Ökosystem der Stadt stärken soll sondern auch über die Kreativwirtschaft hinaus enorme Vorteile für Paderborn und die Region ermöglichen kann.
00:01:11: Und damit Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Wissen zur Wirtschaft und zurück dem gemeinsamen Podcast Projekt der Wirtschaftsförderung Paderborne und der Universität Paderbourne!
00:01:23: Ich bin heute zu Besuch in Block Fünf bei Dr.
00:01:27: Dominik Nöster, heid Dominik!
00:01:28: Hei grüß dich!
00:01:29: Schön dass ich hier sein darf in diesem wirklich sehr coolen Gebäude.
00:01:34: wir sitzen jetzt im neuen Konferenzraum und die Atmosphäre ist schon richtig nice mit diesen freigelegten Backsteinen.
00:01:41: das hat schon was muss ich sagen.
00:01:43: Das freut mich.
00:01:44: Die Backstein sind ein Thema bei uns also man sieht es ja auch von außen an den Gebäuden.
00:01:48: Alle, die jetzt hier noch auf dem Areal stehen haben das.
00:01:51: Und es geht nicht überall.
00:01:53: aber da wo wir können legen wir die Dinger frei und lassen sie eigentlich auch so stehen.
00:01:57: genau
00:01:57: sehr gut ich bin dafür solltet ihr auf jeden Fall zu machen.
00:02:01: Gemeinsam mit Matthias de Jong hast du das Blau Creative Business Hub gegründet und bevor wir so richtig deep auch in die ganze Entstehungsgeschichte einsteigen möchte ich unseren Zuhörenden aber noch ein bisschen besser verbildlichen, wo wir uns eigentlich hier genau befinden.
00:02:16: Es ist nämlich das Gelände der ehemaligen Ellenbughaserne.
00:02:21: Eurem Insta-Kanal habe ich letztens in Real gesehen, von Gero Pultz.
00:02:27: Er ist ja auch deinen Co-Founder bei der Woosein GmbH und er ist eben mit dem Konzert- und Veranstaltungsbüro hier ins Blau gezogen und meinte dann im Video das Areal sei ein ikonischer Ort seit Kindheitstagen für ihn.
00:02:42: Und ich glaube damit können halt so voll viele irgendwie mit fühlen aus unserer Generation.
00:02:47: deswegen weiße Fassaden diese wirklich markant... roten Backstein, Rahmen die dekorativen Giebel rote Dächer.
00:02:56: Was verbindest du denn eigentlich mit diesem Ort hier?
00:02:59: Ich bin natürlich auch im Paderborn aufgewachsen und kann das gut nachvollziehen was der Geroder erzählt hat.
00:03:04: ich bin hier um die Ecke ins Körler Gymnasium gegangen Und ich weiß das halt noch von früher, wir sind damals an diesem grünen Tor immer mit dem Bus vorbeigefahren und da standen halt immer noch die britischen Soldaten mit MG davor.
00:03:17: Da hat man dann immer mit ganz großen Augen hingeguckt und ja konnte man sich damals auch nicht vorstellen dass man vielleicht hier irgendwann mal so Tabula Rasa macht.
00:03:25: Ja, also die Gebäude prägen unser Stadtbild und trotzdem empfinden manche Paderbornerinnen und Paderborner das Areal ja als Art Black Box weil man ja ganz lange Zeit keinen öffentlichen Zugang hatte.
00:03:38: wie war es denn für dich als du hier zum ersten mal dann drauf konntest auch nicht nur als kleiner Junge dran vorbeigefahren bist?
00:03:43: Genau!
00:03:44: Also das war ja... Man sieht es auch noch ein bisschen.
00:03:46: jetzt hört man die Bauarbeiter war das ja eingezäunt mit den ursprünglichen Zäunen, die auch teilweise eben noch stehen.
00:03:56: Mit Naturdraht, Blickdicht, Kameras und total abgeschirmt.
00:04:00: Und man wusste eigentlich nicht so wirklich was hier passiert ist.
00:04:04: Als das dann wirklich das erste Mal geöffnet wurde vor ich glaube fast zehn Jahren und dann die Stadt hier auch mal einen Tag der offenen Tür gemacht hat wo noch alle Gebäude standen Ich weiß nicht, ich glaube es waren zehn zwölf tausend Leute hier weil einfach alle super interessiert dran waren wie das hier drin eigentlich aussieht.
00:04:21: Und klar mittlerweile ist es irgendwie alltäglich und man gewöhnt sich dann aber Blackbox trifft das super gut.
00:04:27: Ja
00:04:27: du hast es gesagt dass die britischen Streitkräfte haben hier eben das Quartier genutzt und nach dem Abzug stand erst mal eine Weile leer.
00:04:37: Wie seid ihr denn darauf gekommen, diese Bestandsgebäude für die Kreativwirtschaft zu revitalisieren?
00:04:44: Also was war so die Grundsituation vorher.
00:04:47: Also das war so.
00:04:48: es gab damals... Das ist eigentlich so mein erster Gedanke daran.
00:04:51: Arbeitsgruppen bestückt aus Universität und Stadt Paderborn Und da bin ich damals schon so reingerutscht.
00:04:59: Ich war damals Doktorant und konnte dann da schon irgendwie ja mitdenken, mittun Die Idee in den Gebäuden, die man eben nicht abreißen wollte oder auch durfte.
00:05:11: wegen des Denkmalschutzes standen dann immer schon so ein bisschen zur Diskussion hier.
00:05:15: So eine Art... Da wurde noch nicht von Kreativwirtschaft glaube ich gesprochen sondern einer Art modernen Gewerbepark irgendwas in diese Richtung zu machen.
00:05:25: Warum diese Idee bestanden hat das weiß ich gar nicht.
00:05:28: aber man hat damals schon immer sehr neidisch nach Mannheim geblickt.
00:05:32: da bestand auch einen Draht zu dem Herrn Rauch.
00:05:36: In Mannheim ist superführend, was das angeht.
00:05:39: Die haben da Anfang der Zweitausender angefangen schon solche Quartiere zu entwickeln und dann war das irgendwie so ein bisschen gesetzt dass man das machen wollte aber so richtig in Schwung ist es nicht gekommen.
00:05:50: und dann gab es damals noch von Carsten Strack.
00:05:53: also ohne den hätte sich das Ganze nicht entwickelt haben sich drei Leute irgendwie gefunden.
00:05:57: Das waren dann damals Carsten Stark Matthias meine Wenigkeit Und wir haben gesagt Wir müssen jetzt in eigen Regie gucken, dass das wirklich was wird.
00:06:05: Und dann haben wir angefangen mal grob so ein Konzept zu schreiben und zu stricken.
00:06:11: Wir haben weiter mit den Mannheimen angesprochen, wir haben uns andere Projekte angeguckt, haben Kontakte geknüpft... Wir haben angefangen mit der hiesigen Wirtschaft und auch im Speziellen mit der kreativen Kreativwirtschaft zu sprechen.
00:06:25: Das sind die Bedarfe!
00:06:26: Wir haben immer die Stadt Paderborn informiert.
00:06:28: Die fanden es natürlich gut, in eigen Regie erst mal angefangen haben, das weiterzudenken.
00:06:33: Dann kam leider die Corona-Pandemie, die das Ganze so ein bisschen ausgebremst hat logischerweise.
00:06:39: und irgendwann haben wir dann eigentlich im Thamden mit der Stadt Paderborn angefangen, das ganze auszuschreiben.
00:06:47: Ja!
00:06:48: Und dann wurden die Gebäude ... Das sind dann jetzt eigentlich schon ein paar Jahre später verkauft... Wir haben damals hatten wir immer so ein bisschen das Gefühl oder haben eigentlich damit gerechnet, dass uns irgendwann so einen Investor mit Schlips gegenüber sitzt und mit dem dürfen wir dann arbeiten.
00:07:05: So kam es da nicht!
00:07:06: Es war dann eine Investorengruppe auch hier aus Paderborn eigentlich alle Und es gibt uns als Betreibergesellschaft... ...es gibt eine sehr hilfreiche Stadt Paderborgen die das ganze politisch schon immer wollte bis zum heutigen Tag super unterstützt, sonst würde das auch gar nicht gehen.
00:07:23: Bevor wir gleich so richtig in die Gebäude mal reingehen, würde ich aber gerne noch einmal zu dir kommen denn du bist ja seit Jahren wirklich deep drin in der Paderborner Kultur-Szene.
00:07:35: Du gestaltest die mit!
00:07:36: Nicht nur als Event und Festivalveranstalter sondern du hast ja auch z.B.
00:07:40: mit dem Gewölbe am Marienplatz einen Ort für Kultur geschaffen.
00:07:45: schon zusätzlich warst du an der Uni Paderborne als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig am Lehrstuhl von Prof.
00:07:52: Dr.
00:07:53: B. Arteflat, die übrigens ja auch in unserer ersten Staffel bereits in der zweiten Episode hier zu Gast gewesen ist und sie hat da unter anderem über nachhaltige Konzepte für die Veranstaltungswelt gesprochen.
00:08:04: also ihr solltet da definitiv mal rein hören falls ihr es noch nicht gemacht
00:08:07: habt.
00:08:08: zurück zu dir du Also auch den Studierenden hier etwas mit wirkst, hier vor Ort also an diversen Stellen.
00:08:17: Woher kommt denn dieser Drang?
00:08:19: Der Wunsch aus dir heraus, Dinge in Paderborn selbst anzustoßen – was sind so die Gründe dafür, die persönlichen?
00:08:27: Ja, wie gesagt ich bin hier aufgewachsen und war nach der Schule eine Zeit lang weg.
00:08:31: Ich bin dann zum Master zurückgekommen und habe viele Bereiche, die du gerade angesprochen hast hier in Paderborn immer als Chance gesehen.
00:08:41: Also es gibt natürlich auch die einen oder anderen Stimmen, die sich über manche Themen in dieser Stadt chauffieren und aufregen.
00:08:48: Und ich habe das dann immer so ein bisschen umgedreht hab gesagt ja wenn wir das nicht haben, dann müssen wir das halt machen!
00:08:52: Das kann Festival sein, dass kann so ein Ort wie das Gewölbe sein aber das ist eben auch so'n Ort wie hier.
00:08:58: Das hat immer sehr viel Spaß gemacht.
00:08:59: der Nied is da und gleichzeitig sind das alles Projekte, die eine gewisse Unterstützung der öffentlichen Hand voraussetzen Und die gibt es, oder die gab's bei uns immer und deswegen hat das immer gut gepasst.
00:09:12: Ja wenn was funktioniert dann spornt einen das ja noch mehr an.
00:09:15: also dann wird das immer besser.
00:09:18: Bei diesem Projekt hier war so dass es gestartet ist unter dem Titel kreativwirtschaftsquartier und mittlerweile habt ihr den anderen Namen gegeben und zwar eben Blau Creative Business Hub weil du sagst der Begriff Kreativ Wirtschaft wurde jahrelang nicht verstanden wie er eigentlich hier gemeint ist und auch, wie er gelebt wird.
00:09:40: Warum war es euch so wichtig dieses allgemeine Verständnis des Begriffs auch mal aufzubrechen?
00:09:47: Ja also einmal viele Leute kennen diesen Begriff nicht wirklich oder wissen nicht wirklich wie er definiert ist und der ist sehr klar definiert also auch auf EU-Ebene.
00:09:58: Salopp gesagt glauben viele das hat immer was mit Kunst um mit Malen zu tun was per se erstmal nicht falsch ist.
00:10:03: Aber er umfasst eben sehr viele Teilbereiche und auch immer mehr Teilbereich.
00:10:08: Also zum Beispiel, sehr viele Dinge die gerade im Bereich künstliche Intelligenz neu entstehen, die es noch gar nicht gibt fallen darunter.
00:10:16: Teilbereiche der IT also viel Coding New X Designer das ist alles Kreativwirtschaft Und das sind alles sehr zukunftsträchtige Themen.
00:10:27: Und passenderweise haben wir hier in Paderborn Universität, die diese Themen sehr umfassend abfrühstückt.
00:10:33: Also wir bilden diesen Bereichen schon lange aus.
00:10:38: Wir haben einzigartige Studiengänge in diesem Bereich und das Wort Kreativwirtschaft hat uns in diesem Weg manchmal nicht so wirklich geholfen.
00:10:47: also auch was dann im frühen Stadium die Unterstützung von Teilbereichen der öffentlichen Hand angeht.
00:10:56: Da war es immer ein bisschen schwierig, denen das zu erklären und wir haben dann einfach das Experiment gewagt, den englischen Begriff zu nehmen und siehe da!
00:11:07: Der Begriff Creative Economy ist irgendwie... Ja, das war auf einmal alles ein bisschen einfacher und deswegen fahren wir damit eigentlich ganz gut.
00:11:15: Das ist so ein bisschen der Auffänger da.
00:11:17: Jetzt hast du mir das Creative Business hab erklärt.
00:11:20: Bei Blau habe ich mich ganz lange gefragt, woher kommt das denn eigentlich?
00:11:23: Ist eine schöne Farbe erstmal aber wie seid ihr darauf gekommen?
00:11:27: Ja das Thema Namensfindung ist immer ein bisschen schwierig.
00:11:29: also als wir angefangen haben hier für einen Namen zu suchen ging es in alle Richtungen und irgendwann sind wir dann doch bei der Kreativität logischerweise hängen geblieben.
00:11:42: Dann war der Sprung zu farben irgendwie nicht weit.
00:11:45: Schaut man natürlich auch, was es mittel- und langfristig praktisch bei so einem Namen.
00:11:51: Was kann man damit machen?
00:11:52: Was kann da vom Boarding her spielen irgendwann mal oder vielleicht jetzt schon
00:11:57: usw.?
00:11:57: Dann haben wir gesagt, dann nehmen wir eine Farbe weil wir konnten uns auch nichts anderes einigen in unseren Notizen.
00:12:05: Haben wir gemerkt mit der Farbe blau können wir am meisten machen Es ist die Farbe der EU, es ist eine Farbe für Gemeinsamkeit und dann sind wir bei Blau hingeblieben.
00:12:14: Sehr rational gar nicht so ein ... Wir trinken mal einen Bier und was wir cool finden machen war.
00:12:18: Haben wir zwar auch gemacht aber das war so bisschen...
00:12:21: Würdest du sagen ihr wart da nicht so sehr kreativ vielleicht?
00:12:25: Ja vielleicht!
00:12:28: Paderborn ist seit Jahren ein sehr attraktiver Standort für die Kultur- und Kreativwirtschaft.
00:12:34: Bei uns gibt es mehr als six Tausend Fünfhundert Menschen, die in dieser Branche tätig sind und das ist überdurchschnittlich viel im Verhältnis zur Einwohnerzahl.
00:12:43: In den letzten Rankings lagen wir auf jeden Fall gut in den Top Ten dabei in NRW.
00:12:49: wenn wir jetzt aber hier auf Paderborne schauen also es gibt genügend Menschen viele bleiben nicht hier die auch ausgebildet werden sondern sondern ziehen weiter in größere Städte.
00:12:59: Was würde es denn deiner Meinung nach für die wirtschaftliche Zukunft einer Stadt wie Paderborn bedeuten, wenn es eben keine dynamische Kreativbranche mehr geben würde?
00:13:10: Ja also was die kreativen Teilbereiche angeht das sind alles so Querschnittsbranchen.
00:13:16: Also die hängen ja überall mit drin.
00:13:18: auch ein Autobauer hat mit der Kreativwirtschaft zu tun.
00:13:22: Auch da sitzen die Coda, auch die haben eine Marketingabteilung und machen Werbung etc.
00:13:28: Das heißt diese Branchen beflügeln die gesamte Wirtschaft irgendwie.
00:13:32: also sie hängen überall mit drin und deswegen ist es super wichtig die nicht zu vernachlässigen.
00:13:37: Und Top kommt eben das was ich gesagt habe.
00:13:40: sehr viele von den neuen Branchen die es noch gar nicht gibt fallen darunter und dann müssen wir am Ball bleiben.
00:13:46: Natürlich gucken wir auch mal nach Berlin und gucken nach Köln.
00:13:50: Wir versuchen aber immer, uns mit anderen Städten zu vergleichen die ähnlich groß sind wie Paderborn.
00:13:56: ich sag mal Osnabrück Würzburg
00:13:59: etc.,
00:14:00: weil es macht häufig keinen Sinn sich als Paderborne mit Berlin und München zu vergreichen.
00:14:07: das ist auf ganz vielen Ebenen einfach was anderes nicht nur von der Einwohnerzahl sondern von der Dynamik, von den Herausforderungen.
00:14:16: Also wir haben hier Herausforderung die hat Berlin nicht und andersrum.
00:14:19: Deswegen finde ich das manchmal ein bisschen falsch auch in den Diskussionen zu sagen ja die Leute ziehen nach Berlin oder nach Köln.
00:14:25: Das stimmt.
00:14:26: häufig kriegt man aber die Leute ihren persönlichen oder beruflichen Gründen machen, vielleicht gar nicht so eingefangen.
00:14:33: Man muss die Vorteile von den mittelgroßen Städten für sich nutzen und muss das Ganze dann auf eine gescheite Bahn
00:14:39: bringen.".
00:14:39: Dann kommen wir jetzt mal hier zu dem Gebäude, in dem wir sitzen.
00:14:43: im Block V sitzen wir.
00:14:45: Und das ist der erste Baustein, den ihr Mitte Februar es wird in sechsundzwanzig für die ersten Mieterinnen und Mietern geöffnet habt.
00:14:53: Das offizielle Pre-opening kommt glaube ich noch im April.
00:14:58: Genau aber Wir sind dann schon ein paar eingezogen.
00:15:01: Hier liegen Co-Working und Büroflächen unter einem Dach, aber wir haben auch einen Jogastudio noch mit drin.
00:15:09: Zusätzlich entsteht hier auch ein Forschungszentrum von der Uni Paderborn zur Kreativwirtschaft.
00:15:14: Warum war es euch denn wichtig diesen Block als erstes zugänglich zu machen?
00:15:19: Es ist der Block mit dem Co-Walking Space wo wir eine gelockerte Brancheeinschränkung haben.
00:15:26: Ja, deswegen lag uns das am Herzen, dass dieser Block als erstes aufmacht.
00:15:30: Das hat auch geklappt!
00:15:31: Der Vibe der hier jetzt schon ist, der ist super ne?
00:15:34: Also wenn du natürlich einen Mieter hast, ist das was anderes wie wenn du hier zwanzig dreißig vierzig kleine Firmen hast.
00:15:41: Wir haben oben im Dachgeschoss den Veranstaltungsraum, der auch als Joghastudio genutzt wird und von der Stimmung ist es einfach etwas anderes Und deswegen sind wir sehr froh, dass wir das wirklich geschafft haben diesen Block als Erstes aufzumachen Und die anderen folgen dann halt jetzt in sechsundzwanzig.
00:15:58: Ja, und die sind hier euch auch schon ganz gut die Bude eingerannt?
00:16:01: Genau!
00:16:02: Also wir haben uns natürlich in den letzten Jahren versucht da bestmöglich darauf vorzubereiten.
00:16:10: man macht dann seine Hausaufgaben und guckt ist denn wirklich der nie da für solche Flächen?
00:16:16: aber so richtig Wissen tut man es natürlich erst wenn's losgeht und deswegen sind wir sehr froh dass die Nachfrage wirklich riesig.
00:16:24: unser Jugendunternehmerblock nebenan.
00:16:27: Der ist natürlich schon voll, obwohl es erst im Oktober losgeht.
00:16:30: also das spricht schon für die Sache und da sind wir natürlich auch sehr froh dass es jetzt so eingetreten ist.
00:16:34: ja
00:16:35: Also ihr habt hier eine richtige Infrastruktur geschaffen, auch damit kreative Prozesse so richtig fließen können.
00:16:41: Du hattest ganz am Anfang gesagt, dass dir auch im Austausch gewesen seid mit den Kreativschaffenden.
00:16:48: was braucht ihr?
00:16:49: Wo könnt ihr am besten arbeiten?
00:16:51: Was sind hier dann für Ideen mit eingeflossen in die Konzeptionierung?
00:16:55: Zum Beispiel fehlt in Paderborn oder fehlte in Padaborn ein großer Correcting Space, den gab es noch nicht.
00:17:01: Es fehlten diese Flexibilität die im Moment in den gewerblichen Mietflächen gerade einpendelt.
00:17:09: Während der Corona-Pandemie sind alle ins Homeoffice, alle haben gedacht ab jetzt brauchen wir keine Büroflächen mehr.
00:17:14: Dem ist nicht so.
00:17:15: Jetzt pendelt es gerade so ein bisschen zurück.
00:17:17: Die Firmen holen ihre Leute wieder in die Flächen und wir konnten das eigentlich von Anfang an mitdenken.
00:17:23: also das ist eigentlich vom Mittel bis großer Firma sehr ähnlich.
00:17:28: Das hat total Spaß gemacht in den letzten Jahren So am Zahn der Zeit das mitzuplanen.
00:17:33: Wir haben hier nebenan einen Raum, den du für ein Tag mieten kannst zum Beispiel.
00:17:36: Also auch fertig eingerichtete Arbeitsplätze und diese Richtung scheint es zu gehen.
00:17:42: also auch Firmen die hier festmieten werden an manchen Tagen wo sie einfach mehr Leute im Büro haben was zumieten oder in anderen Tagen nicht so.
00:17:52: da tun sich natürlich gestandene Gewerbevermieter total schwer mit.
00:17:57: Wir haben das jetzt in den letzten Jahren irgendwie schon so mitbekommen und das ist eben auch das, was die Kreativbranche, die natürlich noch sprunghafter ist, also noch mehr Flexibilität eigentlich braucht gleichzeitig Dinge wie unser großer Veranstaltungsraum der ein bisschen das Herzstück des gesamten Quartiers wird dass wir aufgrund der Fördermittel auch wirklich umsetzen können.
00:18:20: da haben sehr viele Akteure nachgefragt, weil sie eben nicht nur Büros brauchen sondern eben auch Flächen wo Sie mal eine große Veranstaltung machen können.
00:18:28: Wo Sie mal ne Produktvorstellung machen können.
00:18:29: ein Kongress ist für die Uni vielleicht auch wichtig.
00:18:31: wir haben nebenan ein großes Fotostudio was auch für die ganzen Marketingfirmen super wichtig ist und den Leuten ist der Austausch wichtig.
00:18:38: also vor allen Dingen in der in der Kreativbranche ist man sehr viel mit Subunternehmern unterwegs und es macht die Sache natürlich super attraktiv wenn man mit diesen Subunternehmern gleich in einem Ort sitzt, vielleicht sogar auf dem gleichen Flur.
00:18:51: Und lustigerweise sehen wir das jetzt schon, machen eigentlich seit zwei Jahren schon Veranstaltung und wo wir die Gebäude nicht fertig haben, haben es auch mal hier auf der Baustelle bei Glühwein gemacht, bei minus zwei Grad und die Leute finden sich also man schafft Synergieeffekte Die Leute wussten von einander gar nicht.
00:19:11: Also ist auch wieder das Thema der Sichtbarkeit.
00:19:14: Wir haben drüben zwei Firmen, die sich vorher nur so sporadisch kannten und durch unsere Vernetzungsveranstaltung besser kennengelernt haben.
00:19:21: Und gemerkt haben wir haben eigentlich total viel gemeinsam.
00:19:24: Wir können zusammen was neues machen.
00:19:26: Die haben jetzt eine Etage zusammengemietet sitzen dann quasi nebeneinander und so entstehen halt super gute Effekte für Für beide Firmen war auch für die Branche an sich.
00:19:36: Wir haben noch nicht über Block sieben, acht und zehn gesprochen.
00:19:39: da wird Co-Living realisiert und entstehen auch Wohnungen für Azubis und auch Gästeunterkünfte.
00:19:48: In Block V haben wir ganz kurz mal darüber gesprochen.
00:19:51: Der richtet sich ja ein Freelancer, aber eben vor allen Dingen auch eine junge Gründerin und Gründer, also Start-ups unter fünf Jahren.
00:19:59: Und damit wollte natürlich auch das Paderborner Gründertum stärken.
00:20:03: Seht ihr das Blau?
00:20:04: Also auch als ein Instrument um die lokale Wirtschaft einen Stück weit zukunftsfähiger zu machen.
00:20:09: damit?
00:20:10: Ja total!
00:20:12: Wir haben auch einen sehr guten Draht zur Garage XXIII, Die Gründe an sich unterstützt und auch von denen kriegen wir gespiegelt, dass es natürlich Firmausgründungen gibt die vielleicht nach zwei drei Jahren noch nicht so auf den eigenen Beinen stehen.
00:20:28: Auf den normalen Gewerbemietmarkt geworfen zu werden ich kenne das selber wenn man frisch gegründet ist und dann vielleicht unsere ein zwei Jahre am Markt ist das ist natürlich eine harte Zeit und da ist es jede Unterstützung willkommen Und das schaffen wir damit natürlich.
00:20:46: Ja, auf jeden Fall!
00:20:48: Du hast jetzt gerade schon von dir gesprochen und deiner Gründerzeit sozusagen... Wann bist du denn eigentlich am kreativsten?
00:20:56: unter Druck oder eher im Freiraum?
00:21:00: Muss es dafür chaotisch sein oder super strukturiert?
00:21:03: Wann kommen dir die besten Ideen?
00:21:05: Die besten Ideien kommen in unsere Dusche.
00:21:07: Das habe ich schon häufig gehört.
00:21:09: Und sonst, ja ich brauche eigentlich schon immer so despairing.
00:21:15: Also mir kommt schon auch mal was alleine wenn ich in meinem Kämmerlein sitze.
00:21:19: aber ich rede gerne und viel und muss dann eigentlich auch immer gleich ein Kontra kriegen und mich damit auseinandersetzen das heißt Meistens in Gesprächen dann auch.
00:21:32: Also die Atmosphäre hier, die scheint aber wirklich gut zu sein... Ihr habt ja auch dafür gesorgt bzw.
00:21:36: ihr habt darauf geachtet dass wirklich viele Teilmärkte der Kreativwirtschaft abgedeckt sind unter den Mieterinnen und Mietern?
00:21:45: Also wir haben viel gepuzzelt in den letzten Monaten und Jahren.
00:21:50: Wir bieten natürlich auch sehr flexible Mieten an weil ich weiß aus unseren Gesprächen mit den anderen Projekten attraktiv ist für die Leute, die dann wirklich einziehen.
00:22:04: Sondern dass es wahrscheinlich auch vorkommen wird, dass einzelne Unternehmen in ihrer Nutzung der Flächen zum Beispiel noch flexibler werden wollen.
00:22:14: Also uns wurde eigentlich vorausgesagt, dass wir z.B.
00:22:17: im Co-Workingbereich kleinen Staaten mit diesen superflexiblen Arbeitsplätzen... Dass das im Laufe der Zeit eher mehr wird und das Firmen vielleicht überhaupt keinen Bock mehr haben sich selber Möbel anzuschaffen, sodass das wirklich auf den Vermieter übergeht in dem Fall auf uns.
00:22:34: Block eins also die ebenal gewache ist sehr ich nenn's mal Kunstkultur kreativ angehaucht.
00:22:41: es macht natürlich auch total Sinn Leute aus diesen Teilmärkten irgendwie an einen Ort zu packen.
00:22:49: Und dann was ein bisschen IT-lässiger ist, zum Beispiel hier und so weiter.
00:22:54: Dann lass uns noch mal nach vorne blicken!
00:22:57: Wir sind jetzt Frühjahr, es ist auch block V ist offen und gut ausgelastet.
00:23:05: Also die Nachfrage ist definitiv da.
00:23:08: Worüber sprechen wir denn Ende des Jahres?
00:23:12: Ich hoffe natürlich, dass wir darüber sprechen.
00:23:13: Dass wir Ende des Jahres alle Blöcke offen haben.
00:23:16: Wir schon eine gigantomanische Eröffnungsparty in unserem Veranstaltungsraum abgefeuert haben.
00:23:23: Gleichzeitig weiß das irgendwie jeder so ein bisschen, der schon mal was gebaut hat und wie natürlich jetzt auch ist so einer riesen Baustelle natürlich ne Wundertüte.
00:23:34: aber wir sind ganz guter Dinge voller Vorfreude auf siebenundzwanzig blicken können, was ja auch unser Jubiläumsjahr ist.
00:23:44: Stadt Paderborn, tausend zweihundertfünfzig Jahre.
00:23:48: Und dass wir dann im Sommer sieben und zwanzig auch schon einen fertigen Stadtpark hier haben auf dem ehemaligen Exerzierplatz Ja, und dann werden wir vielleicht auch da schon mal eine große Veranstaltung machen können.
00:24:01: Klingt gut!
00:24:02: Ich habe mich irgendwie gerade schon gefragt so okay was sich bei dieser Party an?
00:24:05: Ich hab' mich das schon gesehen auf diesem Platz wirklich.
00:24:07: Sommer sieben zwanzig ist zwar noch ein bisschen hin aber ich glaube ich würde einfach schon mal gucken was ich anziehe.
00:24:12: Das wird richtig gut.
00:24:13: Es wird auch gutes Wetter haben wir auch schon bestellt.
00:24:15: Genau ja es ist auch ne lustige Geschichte.
00:24:18: Wir haben letztes Jahr im Juli auf dem Nelson Mandela-Platz die Fläche zwischen Block eins und block drei Unter unserem Namen Blau, ein umsonst und draußen veranstaltet.
00:24:29: Also relativ laute Musik, bisschen was zu essen, bisschen etwas zu trinken
00:24:33: usw.,
00:24:34: war super bis auf den Sturm der dann kam Klammer zu.
00:24:39: also wir waren einfach das erste mal irgendwie laut gar nicht auf irgendwelche Immobilienportalen oder so sondern durch Salopp gesagt eine Party sind für wirklich irgendwie noch Publiker geworden.
00:24:49: jetzt haben wir hier vor Block vier zwei riesige Banner aufgehängt.
00:24:54: gerne mal vorbeifahren.
00:24:55: Sowas hilft natürlich, also gerade wenn man dann so einen Draußen macht.
00:24:59: das hat ja per se auf den ersten Blick von außen betrachtet nicht unbedingt was damit zu tun was wir eigentlich machen aber es tut dem Zweck dann total gut.
00:25:08: Dominik, wir kommen jetzt zum Abschluss natürlich zu unseren Blitzfragen.
00:25:13: Die wir immer all unseren Gästen stellen in dieser Staffel.
00:25:17: und ich starte mit der ersten Blitzfrage die heißt Was bedeutet für dich Transfer?
00:25:24: Ja Ich bin natürlich ein Uni Kind.
00:25:25: deswegen bedeutet mich Transfer dass wir es schaffen sollten das was in der Uni toll ist passiert möglichst gut schnell effektiv der Gesellschaft, aber auch der Wirtschaft zuzuführen.
00:25:41: Blitzfrage
00:25:41: Nummer zwei Wie hat Paderborn dich geprägt?
00:25:47: Ja sehr!
00:25:48: Also ich bin hier zur Schule gegangen.
00:25:50: Ich bin dann wiedergekommen für den Master.
00:25:52: also meine Family ist hier.
00:25:57: viel mehr kann eine Stadt der einen gar nicht prägen.
00:26:00: und Blitz Frage Nummer drei Woran wirst du so in zehn Jahren arbeiten?
00:26:05: Das ist ne sehr gute Frage.
00:26:07: Ich habe aufgehört, über sowas nachzudenken.
00:26:12: Ich hoffe natürlich oder ich möchte auch weiterhin an Dingen arbeiten die Impact haben so wie das jetzt auch schon ein bisschen ist.
00:26:22: was das Projekt genau ist in zehn Jahren Wie gesagt das lasse ich offen.
00:26:27: Das könnte etwas ganz anderes sein kann ich mir sehr gut vorstellen.
00:26:29: ja
00:26:30: Ich finde, das ist voll der gute Tisa.
00:26:32: Das ist wie so ein Cliffhänger und man will unbedingt wissen, wie es weitergeht!
00:26:35: Deswegen bleiben wir auf jeden Fall dran und schauen mal was du hier für Paderborn in zehn Jahren dann umsetzen wirst.
00:26:42: Vielen vielen Dank dass ich heute hier im Block fünf sein durfte und mich ein bisschen rumgeführt hast.
00:26:47: Gerne gerne Dr.
00:26:48: Dominic
00:26:48: Nössner und euch empfehle ich, dass ihr auf jeden fall noch in unsere anderen Folgen rein hört.
00:26:54: lasst gerne ein paar Sterne da und empfiehlt uns gerne weiter bis zum nächsten Mal.
00:26:59: ciao
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